Situation
Darlington Kernkraftwerk mit 16 einstufigen vertikalen Reheater Drain Pumps
Darlington Kernkraftwerk mit 16 einstufigen vertikalen Reheater Drain Pumps
Große Temperatursprünge und Druck, was zu ungenügender Kühlung führt
SHFV1/42-E1, ein neues Dichtungssystem nach API-Plan 23
70 km östlich von Toronto (Kanada) liegt das Darlington Kernkraftwerk. Die aus vier Kraftwerksblöcken bestehende, neueste kerntechnische Anlage von Ontario Power deckt mit ihrer Gesamtleistung von 3.512 MW 20 % des Energiebedarfs der Provinz Ontario – genug für die Versorgung einer zwei Millionenstadt.
16 einstufige vertikale Reheater Drain Pumps vom Typ BJ3X4X11, Modell TXR von Sulzer sind darin montiert. Das Reheater Drain System der zweiten Stufe leitet das Kondensat ab und entlüftet zugleich unkondensierten Dampf aus den Reheater Drain System-Rohrbündeln der zweiten Stufe, den es zum Dampfgenerator und zum Hochdruckheizaggregat überführt.
Die betreffenden Pumpen waren ursprünglich mit dem Dichtungssystem eines Wettbewerbers ausgestattet gewesen und nach API-Plan 41 betrieben worden. Hohe Temperaturen und hoher Druck verursachten Probleme mit der Dichtung und deren Versorgungssystem. Aufgrund der hohen Temperaturdifferenzen zwischen dem kalten Kühlmedium (Seewasser) und dem heißen Prozessmedium (entmineralisiertes Wasser) kam es zu exzessiven Ablagerungen von Kühlwassersediment, wodurch die Kühlschlange des Wärmetauschers regelmäßig verstopfte. Dies hatte eine unzureichende Kühlung zur Folge, was wiederum dazu führte, dass die Dichtungsflächen trockenliefen und die Dichtungen schließlich versagten.
Dies geschah bis zu zehn Mal im Jahr und verursachte einen Produktivitätsverlust von 4 MW, der mit täglich 5.000 CAD zu Buche schlug.
Abb. 1: SHFV Hochdruck-Gleitringdichtung für Kesselumwälzpumpen
Abb. 2: Gelb = rotierend, blau = stationär, grau = Gehäuse
EagleBurgmann entwarf ein neues Dichtungssystem: das SHFV1/42-E1 mit API-Plan 23. Dieses wurde im EagleBurgmann-Werk in Wolfratshausen einem Leistungstest unterworfen, der mit der Originalausrüstung und unter Betriebsbedingungen durchgeführt wurde, die denen bei Darlington Nuclear entsprachen. Sämtliche dabei durchgeführten Prüfungen wurden ohne jegliche Probleme bestanden.
Das erste SHFV1/42-E1-System mit API-Plan 23 wurde 2007 eingerichtet. Weitere 15 Dichtungssysteme sind 2008 dazugekommen. Seit der Inbetriebnahme arbeiten die Dichtungen tadellos und haben bislang keinerlei Probleme verursacht.
Download des Solution Flyers (in Englisch)
In einem Kraftwerk fördert eine Kesselumwälzpumpe sehr heißes und unter hohem Druck stehendes Wasser. Die Pumpe hat keinen Kühlmantel, damit ist das Risiko eines Thermosiphon-Effekts hoch.
Wenn in der Produktion von Metformin das Prozessmedium auf keinen Fall mit Sperrmedium kontaminiert werden darf, sind gasgesperrte Dichtungen für Rührwerkswellen die erste Wahl. Das norwegische Unternehmen Vistin Pharma wagte den Schritt weg von ölgeschmierten zu stickstoffüberlagerten Dichtungen.
Nicht immer sind Gleitringdichtungen die beste Wahl. In Walzentrocknern, die zur Herstellung von medizinischem Pulver eingesetzt werden, sorgten schlagartige Wellenauslenkungen während der Verarbeitung für einen erhöhten Dichtungsverschleiß. Der Betrieb war wartungsintensiv und störanfällig.