Dicht und zuverlässig auch bei Mangelschmierung

Doppeldichtung MR-D mit DiamondFace® in der Produktion von Biokulturen

KeyVisual_CaseStudy_MR-D_Fermenter
Situation

Erhöhte Leckagewerte, beschädigte Gleitflächen

Herausforderung

Biotechnologischer Prozess erlaubt nur Dampfkondensat und den Werkstoff Siliziumkarbid

Lösung

Rührwerksdichtung MR-D mit DiamondFace-Beschichtung von EagleBurgmann

Die Pharmaindustrie stellt ganz spezielle Anforderungen an die Beschaffenheit von Dichtungen. „Cleaning in Place“ (CIP) und „Sterilization in Place“ (SIP) für produktberührte Teile sowie zertifizierte Werkstoffe sind grundlegende Maßgabe für die Konstruktion der Dichtung. Für einen biotechnologischen Prozess eines Pharmaunternehmens löste EagleBurgmann einen besonders kniffligen Fall.

Das Unternehmen stellt in einem Fermenter Biokulturen her. Das Rührwerk des Fermenters wird von unten angetrieben, die rotierende Rührwelle ist gegen den Behälterboden abgedichtet. Die Dichtung ist über einen Flansch mit dem Behälter verschraubt und verhindert Produktleckage über den Wellendurchtritt. Aufgrund des Untenantriebs stehen das abzudichtende Produkt und die volle Produkttemperatur direkt an der Dichtung an.

Betriebsbedingungen

  • Temperatur: t = 37 °C (99 °F)
  • Behälterdruck: p1 max. = 1 barg (15 PSIG)
  • Sperrdruck: p3 max. = 3 barg (44 PSIG)
  • Sperrmedium: Dampfkondensat
  • Drehzahl: n max. = 700 min-1

MR-D_04.jpeg

EagleBurgmann setzte die flüssigkeitsgeschmierte Doppeldichtung MR-D im Sterildesign HSMR333 ein, da sie sich besonders gut für Oben-, Seiten- und Untenantriebe von Rührwerken eignet. Die glatte, totraumfreie Oberflächenkontur des Designs kommt hohen Hygienestandards entgegen. Da der Pharmaproduzent ausschließlich Siliziumkarbid als Werkstoff für die produktberührenden Gleitringe freigegeben hatte, konnten die Gleitflächen nur in Hart-hart-Paarung ausgeführt werden. Da diese Paarung eine optimale Schmierung der Dichtflächen erfordert, befinden sich auf den Gleitflächen äußerst präzise gefertigte Nuten, über die sich die dichtende und schützende Schmierflüssigkeit optimal verteilt.

Eine weitere Herausforderung an die Entwicklung von Dichtungslösungen für die Pharmaindustrie und insbesondere für die Produktion von Biopharmazeutika ist die überschaubare Anzahl der zugelassenen Hilfsstoffe als Sperrmedium. Für das Abdichten der Welle des Rührwerks kam im Fall des Fermenters lediglich ein Dampfkondensat, das heißt, hochreines Wasser, in Frage.

CaseStudy_MR-D_Fermenter

Als die Dichtung eine Weile im Einsatz war, führte das Zusammenspiel der schlechten Schmiereigenschaften des Dampfkondensats mit den Gleitringen in Hart-hart-Paarung regelmäßig zu Beschädigungen an den Schmiernuten. Es musste damit gerechnet werden, dass Partikel des Siliziumkarbids in den Behälter mit den Biokulturen gelangen konnten bzw. die Dichtung mit dem Produkt kontaminiert wurde. Die beschädigten Nuten erhöhten außerdem die Leckagerate.

Erschwerend zeigte sich zudem die Entlüftung der Dichtung als Unsicherheitsfaktor, der sich prozessbedingt nur aufwendig beseitigen ließ.

Nach eingehender Prüfung aller technischen Lösungsmöglichkeiten, hat EagleBurgmann die Erfahrungen mit Gleitringen, die für den Einsatz in Multiphasenpumpen speziell beschichtet sind, auf die Verwendung im Fermenter-Rührwerk übertragen. Auch in Multiphasenpumpen sind Dichtungen einer Mangelschmierung ausgesetzt und gerade für solche rauen Einsatzbedingungen hat der Dichtungsspezialist die DiamondFace-Technologie entwickelt. Durch ein spezielles Verfahren erhalten die Gleitflächen eine mikrokristalline Diamantbeschichtung, die vor Verschleiß durch feststoffbeladene Medien und partiellen Trockenlauf der Dichtung schützt.

Für den Pharmakunden hat EagleBurgmann Gleitring und Gegenring der Dichtung durch Ausführungen mit DiamondFace-Beschichtung ausgetauscht. Aufgrund der hervorragenden Gleiteigenschaften dieser Beschichtung konnte auf Schmiernuten verzichtet werden, was nebenbei die Leckage-Werte der Dichtung reduzierte. Nun zeigte sich die Dichtung absolut unempfindlich gegenüber Mangelschmierung, doch auch ohne Nuten entsprach die Leckage nicht den gewünschten Werten der bisher eingesetzten, klassischen SiC-Ausführung. Ein entscheidender Teil der Lösung die Leckage zu reduzieren, lag darin, die Gleitflächen anwendungsgerecht zu polieren. Zusätzlich wurde der Sperrdruck reduziert, um der Dichtung weniger Sperrmedium zuzuführen. Dank DiamondFace-Beschichtung blieb die Funktion der Gleitflächen dadurch unberührt. Schließlich lag die Leckage bei 0,1 Liter innerhalb von drei Wochen - ein Wert, der den Kunden voll zufriedenstellte.

Diamond__0008.tiff

Nach sechs Monaten Betriebsdauer wurden die Gleitflächen der Dichtungsringe geprüft und ohne Beanstandung weiterverwendet. Inzwischen sind die Dichtungen seit ein paar Jahren rund um die Uhr im Einsatz. Nicht nur der personelle Aufwand für die Wartungsarbeiten der Dichtungen ist erheblich zurückgegangen, auch die anfänglichen Produktionsausfälle sind Geschichte für den Kunden. Der Pharmaproduzent ist von den Produkteigenschaften des Siliziumkarbids mit DiamondFace-Beschichtung so überzeugt, dass er diese Kombination inzwischen als technologischen Standard zugelassen hat.

DiamondFace

Sie möchten mehr wissen? Laden Sie im Download-Center die Broschüre „DiamondFace-Technologie für Gleitringdichtungen“ herunter und erfahren Sie, was diese Innovation bietet.
 

Leistungsspektrum für die Pharma-Industrie

EagleBurgmann steht der Pharmazeutische Industrie ganzheitlich zur Seite. Mehr dazu erfahren Sie hier.     

Solution: Dicht und zuverlässig auch bei Mangelschmierung

Doppeldichtung MR-D mit DiamondFace® in der Produktion von Biokulturen

PDF Download - 306.0 KB

Kompetenz in Rührwerksdichtungen

EagleBurmgann Leistungsportfolio Rührwerksdichtungen.
 

PDF Download - 4.1 MB

Weitere Referenzprojekte

KeyVisual_CaseStudy_SHFVI_Finland
Finnland

Lässt keinen Dampf ab

In einem Kraftwerk fördert eine Kesselumwälzpumpe sehr heißes und unter hohem Druck stehendes Wasser. Die Pumpe hat keinen Kühlmantel, damit ist das Risiko eines Thermosiphon-Effekts hoch.

Lesen Sie die ganze Case Study
CaseStudy_AGSZ_Mixer_Norway_Schmuck
Norwegen

Mischen ohne Risiko

Wenn in der Produktion von Metformin das Prozessmedium auf keinen Fall mit Sperrmedium kontaminiert werden darf, sind gasgesperrte Dichtungen für Rührwerkswellen die erste Wahl. Das norwegische Unternehmen Vistin Pharma wagte den Schritt weg von ölgeschmierten zu stickstoffüberlagerten Dichtungen.

Lesen Sie die ganze Case Study
CaseStudy_SeccoLip-for-RollerDryer
Deutschland

Neuartiges Dichtungskonzept für Walzentrockner

Nicht immer sind Gleitringdichtungen die beste Wahl. In Walzentrocknern, die zur Herstellung von medizinischem Pulver eingesetzt werden, sorgten schlagartige Wellenauslenkungen während der Verarbeitung für einen erhöhten Dichtungsverschleiß. Der Betrieb war wartungsintensiv und störanfällig. 

Lesen Sie die ganze Case Study
Alle Referenzen anzeigen
Newsletter

Excellence in Practice

Mit unserem E-Mail Newsletter „Excellence in Practice“ sind Sie immer bestens über aktuelle Produkte, Referenzen und Dienstleistungen von EagleBurgmann informiert.